Absalzautomatik

Die Weidner Wassertechnik GmbH, Spezialist für Anlagenbau, Entwicklung von Behandlungsprodukten zur Wasseraufbereitung und Steuerungstechnik hat es sich zur Aufgabe gemacht, basierend auf Vorgaben der VDI 2047-2 und der neuen 42. BImSchV eine Steuerung zur Behandlung von offenen Kühlwasserkreisläufen zu entwickeln, die möglichst einfach sowie standortunabhängig zu bedienen ist.

Gegebenenfalls notwendige Biozidbehandlungen sind über Tages- und Wochenschaltuhren programmierbar und werden nach den Vorschlägen des VDI als Stoßdosierung ausgeführt. Die Durchführung dieser Maßnahmen wird dokumentiert. Damit gehen wir weiter, als es die marktüblichen Absalzsteuerungen oder auch Absalzautomatiken tun.


Wetronic S KT

Anwendungsbereich

Die Wetronic S KT ist eine automatisierte Absalz- und Dosiersteuerung eines Kühlwasserkreislaufes. Im Gegensatz zu anderen Systemen am Markt verfügt die Die Wetronic S KT über eine elektronische Betriebsdatenspeicherung sowie der Möglichkeit der Fernwartung über Ethernet.

Neben der üblichen automatischen Absalzsteuerung und der automatischen Dosierung von Inhibitoren, Korrosionsschutz und Bioziden lässt sich das System auch einfach um beispielsweise eine pH-Wert Messung erweitern. Bedienen lassen sich all diese Funktionen über eine intuitiv aufgebaute Steuerung mittels Touchpanel.

Klar strukturiert werden sämtliche, der Steuerung zugänglichen betrieblichen Parameter erfasst und können in einem gängigen Tabellenformat exportiert werden.

Die VDI 2047-2 stellt hohe Anforderungen an die Kühlwasserbehandlung und an die Dokumentation der Betriebsdaten von Kühlanlagen, um einen hygienisch einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Auf Grund der prinzipiellen technischen Gegebenheiten dieser Anlagen, bilden sich im Betrieb Aerosole, die sich bei unsachgemäßem hygienischen Betrieb mit Legionellen anreichern, was wiederum bei Personen, die dieser Belastung ausgesetzt sind zu massiven gesundheitlichen Problemen führen kann.

Zur Gewährleistung hoher Prozesssicherheit ist eine leitfähigkeitsgesteuerte Absalzung eine der Kernfunktionen des Systems. Sie dient dazu, das Kühlwassersystem in einem definierten Leitfähigkeitsbereich zu fahren, um damit Kalkablagerungen zu minimieren. Dieser Leitfähigkeitsbereich wird durch die genutzten Behandlungsprodukte, Wassertemperatur und Wasserzusammensetzung individuell durch das Wasseraufbereitungsunternehmen festgelegt. Die Ansteuerung der Inhibitor-Dosierpumpe (zur Verhinderung von Ablagerungen und Krustenbildung) besitzt die Möglichkeit der Unter- und Übersetzung der Wasserzählimpulse. Damit ist eine universelle Anpassung an vorhandene Wasserzähler oder Dosierpumpen möglich.

Selbstverständlich genügt die Steuerung allen Anforderungen im Hinblick auf die Dosierung von Bioziden. Hierzu gehört die Vorabsalzung vor der Dosierung des Biozids zur Gewährleistung eines kalkfreien Betriebes des Kühlkreislaufes genauso wie eine Absalzsperre nach erfolgter Dosierung für die Dauer der Wirkzeit des Biozides. Dies ist besonders wichtig, um Mikroorganismen in einer ggf. nachgeschalteten Kläranlage zu schützen.

Biozide werden im Normalfall als Stoßdosierung in den Kühlkreislauf eingebracht, um Resistenzen gegen die Wirkstoffe zu vermeiden. Diese Dosierung erfolgt zeitgesteuert wobei beliebige Dosierzeitpunkte und Dosierzeitlängen frei definierbar sind. Sollte es als Ergebnis einer mikrobiologischen Untersuchung des Kühlwassers nötig sein, ist eine spontane manuelle Auslösung des Biozidprogramms besonders einfach möglich.

Diese Funktion hat auch besondere Bedeutung bei der Wiederinbetriebnahme des Kühlsystems nach kurzen Stillstandszeiten. Es kommt hier darauf an, vor der Inbetriebnahme der Kühlturmventilation zunächst eine Entkeimung des Kühlwassers durch die manuelle Auslösung des Biozidprogramms durchzuführen.

Bei nicht kontinuierlich betriebenen Kühlsystemen ist es sehr wichtig, dass ein ständig einwandfreier hygienischer Zustand des in der Anlage stehenden Wassers aufrechterhalten wird. Es ist daher möglich, die Zirkulationspumpe des Kühlkreises für die Zeitdauer des Biozidprogramms über die Die Wetronic S KT zu aktivieren.

Bei hohen mikrobiologischen Belastungen eines Kühlwassers liegt auch nach der Biozidbehandlung eine organische, nicht mehr mikrobiologisch aktive Belastung des Kühlwassers durch abgestorbene Mikroorganismen vor. Durch eine einstellbare automatische Zwangsabsalzung nach Ablauf der Absalzsperre geht die Kühlanlage nicht sofort in den Regelbetrieb über. Es wird zunächst über das Absalzventil die abgestorbene mikrobiologische Fracht ausgeschleust, welche sonst Nährboden für eine neu aufkommende biologische Belastung wäre.

Die Wetronic S KT kann auf vielfältige Weise Messdaten, Betriebszustände, Störungen und Betriebsparameter weitergeben. Grundsätzlich verfügt die Steuerung über einen internen Webserver, der durch jeden Browser ohne Zusatzsoftware über die interne IP-Adresse erreichbar ist. Weiterhin wird ein skalierbares, analoges Ausgangssignal 0-10 V (optional 4-20 mA) für die Leitfähigkeit zur Verfügung gestellt.

Eine optionale PROFI-Bus - Schnittstelle erlaubt das Einbinden des Kühlwassermanagementsystems als Slave mit frei wählbarer Slave-Nummer in eine entsprechende Netzwerkumgebung. Sämtliche Messdaten, Parameter und Störungen werden übertragen.

Das Kühlwassermanagement Wetronic S KT ist mit einer USB-Buchse ausgestattet. Mittels USB-Stick werden in einer übersichtlichen, nach Monaten geordneten Dateistruktur Mess- und Betriebsdaten abgelegt, die in vorab konfigurierten Intervallen gespeichert werden. Neben einer Aufzeichnung der dosierten Biozidmengen und der Häufigkeit der Dosiervorgänge lassen sich auch Daten über das zugeführte Frischwasser sowie die dem Kanal zugeführten Absalzwassermengen aufzeichnen. Über die hieraus errechnete Verdunstungsmenge lassen sich die Abwasserkosten im Unternehmen erheblich reduzieren.

Die Daten werden als csv-Datei (kompatibel z.B. mit Microsoft Excel) verfügbar gemacht. Eine Fernübertragung der gespeicherten Messdaten ist hier ebenso möglich. Bei eingerichteter Fernwartung lassen sich Messdaten über eine FTP-Software übertragen.

Die eingegebenen Betriebsparameter und die Messwerthistorie sind netzausfallsicher gespeichert. Auch können Software-Änderungen oder Updates problemlos per USB-Stick eingespielt werden.

Der große Vorteil dieser Komplettlösung nach aktuellem Stand der Technik ist maximale Flexibilität. Das problemlose Einbinden in ein bestehendes IT-Netz, bietet die Möglichkeit der einfachen Kontrolle des Kühlwassers und des Anlagenzustandes über eine bestehende Gebäudeleittechnik oder einfach über einen vernetzten PC.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Wetronic S KT die gesamte Problemstellung eines Kühlwassersystems äußerst benutzerfreundlich und unter Berücksichtigung aller geltenden Normen abdeckt und dem Kühlturmbetreiber durch umfassende Dokumentation der Betriebszustände das Leben erleichtert.